Unsere Vikarin Christina Neumann stellt sich vor

Guten Tag. Ich bin Christina Neumann, 51 Jahre alt, verheiratet und Mutter dreier Kinder und Vikarin in der evangelischen Kirche der Pfalz.  Ab dem 29.05.2020 werde ich in Ihrer Haßlocher Kirchengemeinde mein Gemeindevikariat beginnen. In dieser Zeit werde ich vor allem Pfarrer Dr. Schmidt-Roscher bei seiner Arbeit begleiten, um die praktische Arbeit des Pfarrberufs zu erlernen.

Geboren wurde ich in Marburg, wo ich auch zur Schule ging und mein Abitur machte. Bereits während meiner Konfirmandenzeit reifte in mir der Wunsch, Pfarrerin zu werden. Doch als ich nach dem Abitur Theologie studieren wollte, legte man mir nahe, zunächst etwas "Vernünftiges" zu lernen und eventuell danach zu studieren. Ich sollte etwas Sicheres in der Hand haben, falls es mit der Theologie doch nicht klappt.

So absolvierte ich nach dem Abitur bei der BASF in Ludwigshafen eine Ausbildung zur Wirtschaftassistentin und arbeitete anschließend auch einige Jahre in diesem Beruf.

Mit der Geburt meines ersten Kindes entschloss ich mich jedoch, zunächst als Mutter und Hausfrau tätig zu sein. Es folgten noch zwei weitere Kinder und ich ging in meiner Rolle als Mutter voll auf. Inzwischen lebte ich mit meiner Familie in Iggelheim und engagierte mich dort in der evangelischen Kirchengemeinde ehrenamtlich im Presbyterium und insbesondere in der Konfirmandenarbeit. Daran fand ich großen Gefallen.

Im Laufe der Jahre erinnerte ich mich jedoch immer öfter an meinen stets gehegten Wunsch, Pfarrerin zu werden. 2010 entschloss ich mich schließlich, diesen Plan endlich in die Tat umzusetzen und begann mein Theologiestudium in Heidelberg. Mit inzwischen 41 Jahren empfand ich eine gewisse Unsicherheit, ob ich dieses anspruchsvolle Studium noch bewältigen könnte. Mit der Unterstützung meiner Familie, der herzlichen Aufnahme inmitten meiner Kommilitonen und mit Gottes Hilfe gelang es mir, das Studium im üblichen Zeitrahmen zu beenden.

Im Sommer 2019 hatte ich schließlich mein erstes kirchliches Examen in der Tasche. Dieser Erfolg sowie meine Tätigkeiten als Presbyterin und in der Konfirmandenarbeit bestätigten mich darin, mit meinem Ziel Pfarrerin zu werden endlich bei meiner Bestimmung angekommen zu sein.

Seit einem guten halben Jahr befinde ich mich nun im Vikariat, welches als praktischer Teil dem theoretischen Studium in der Ausbildung zur Pfarrerin nachfolgt. Zu Beginn des Vikariats habe ich bereits drei Monate an der Schiller-Grundschule hier in Haßloch Grundschüler unterrichtet. Denn wir Pfarrerinnen und Pfarrer lehren neben unserer Gemeindearbeit auch evangelische Religion an Schulen. Seit März diesen Jahres bin ich am Leibniz-Gymnasium in Neustadt, um Gymnasiasten zu unterrichten. Zunächst habe ich dort im Klassenzimmer Schülerinnen und Schüler verschiedener Klassenstufen Religion gelehrt und auch beim Unterricht anderer Lehrerinnen und Lehrer zugeschaut. Seit Beginn der Schulschließungen wegen des Corona-Virus habe ich, wie die anderen Lehrer auch, versucht die Schüler von zu Hause aus zu unterrichten. Dabei stehe ich mit den Schülerinnen und Schülern über Emails in Kontakt und gebe ihnen speziell ausgearbeitete Aufgaben, die sie selbständig erledigen können und an mich zur Überprüfung wieder zurückschicken. Wie für alle anderen auch, sind das ganz besondere Erfahrungen in ganz besonderen Zeiten. Dabei liegt die größte Herausforderung darin, in persönlichem Kontakt mit den jungen Menschen zu bleiben, ohne ihnen tatsächlich gegenübertreten zu können.

Ab Ende Mai werde ich nun ihre Kirchengemeinde intensiv kennenlernen. Ich freue mich schon sehr auf diese vielfältige Arbeit und bin sehr gespannt auf all die Menschen, die mir dabei begegnen werden. Ich habe lange darauf hingearbeitet, in einer Gemeinde tätig werden zu dürfen und nun habe ich dieses Ziel sehr nah vor Augen. Ich möchte gerne die Kirche, den Glauben und mich als Person ganz nah zu den Menschen bringen. Meinen Schwerpunkt sehe ich dabei auf der Seelsorge und der Kinder- & Jugendarbeit, aber ich möchte auch die Gemeindebereiche kennenlernen, die mir noch nicht so vertraut sind. Mit der momentanen Situation in der Corona-Zeit ist dies sicherlich noch einmal eine ganz besondere Herausforderung. Ich bin mir jedoch sicher, diese mit Gottes Hilfe und mit ihnen gemeinsam zu bewältigen.

 

 

Ich freue mich darauf, Sie demnächst kennen zu lernen und verbleibe bis dahin

 

Ihre Christina Neumann